Die Interkantonale Höhere Fachschule für Sozialpädagogik Lausanne (ESSIL) bietet eine modulare Ausbildung zur Sozialpädagogin/zum Sozialpädagogen. Sie richtet sich nach dem Rahmenlehrplan, der von der schweizerischen Plattform der Ausbildung im Sozialbereich (SPAS) und von Savoir Social (Schweizerische Dachorganisation der Arbeitswelt Soziales) in einer humanistischen Perspektive erarbeitet worden ist.

Die ESSIL bietet eine Ausbildung für die Erlangung des Diploms HF (Höhere Fachschule) als Sozialpädagogin/Sozialpädagoge.

Die ESSIL bietet sowohl einen französischsprachigen und einen deutschsprachigen Studiengang sowie Weiterbildungsangebote an.

Arbeitsprozesse gemäss Rahmenlehrplan:

Arbeitsprozess 1Menschen bei der Bewältigung schwieriger Lebenssituationen begleiten und Ziel orientiert unterstützen (siehe unten die Klienten).
Arbeitsprozess 2Den Alltag der Klientinnen und Klienten teilen und mitgestalten.
Arbeitsprozess 3Die soziale Teilhabe und gesellschaftliche Integration der Klientinnen und Klienten ermöglichen, unterstützen und fördern.
Arbeitsprozess 4Ressourcen zur Lebensgestaltung der Klientinnen und Klienten erschliessen und aktivieren.
Arbeitsprozess 5Mit Klientinnen- und Klientensystemen arbeiten.
Arbeitsprozess 6Im sozialpädagogischen Team, mit anderen Fachleuten und in der Organisation zusammenarbeiten.
Arbeitsprozess 7Das rechtliche und politische Umfeld kennen und in die Umsetzung des sozialpädagogischen Auftrages einbeziehen.
Arbeitsprozess 8Die eigene Person, die berufliche Identität sowie das eigene berufliche Handeln reflektieren und weiterentwickeln.

Das angestrebte Kompetenzniveau ist das Niveau 6 des Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR). Dies bedeutet:

«Die zu bewältigenden Situationen sind komplex, verändern sich laufend und können nur beschränkt vorausgesehen werden. Erwartet wird eine selbständige Problemlösung, wobei auch neue Lösungswege gesucht werden müssen.
Die dipl. Sozialpädagogin HFIder dipl. Sozialpädagoge HF trägt die Verantwortung für mögliche Lösungen. Kennzeichnend für die dipl. Sozialpädagoginnen HF!die dipl. Sozialpädagogen HF sind somit situativ wechselnde Komplexitätsstufen der Tätigkeit bei durchgängig hoher Verantwortung.» (Rahmenlehrplan S.8).

Die drei Studiengänge an der ESSIL

Die berufspraktisch orientierte Ausbildung findet sowohl in der Schule als auch im praktischen Berufsfeld statt.

Die modulare Ausbildung (12 Module) verteilt sich auf zwei Zyklen. Sie zielt auf die Entwicklung spezifischer Kompetenzen der Sozialpädagogin/des Sozialpädagogen.

1. Französischsprachiger Studiengang in 3 Jahren :

Die sich über 3 Jahre erstreckende Ausbildung ist organisiert als dreitägiger theoretischer Kursblock alle zwei Wochen.

2. Französischsprachiger Studiengang in 2 Jahren:

Die sich über 2 Jahre erstreckende Ausbildung umfasst wöchentlich zwei theoretische Kurstage.

3. Deutschsprachiger Studiengang in 3 Jahren:

Die Ausbildung in 3 Jahren wird in 6-7 theoretischen Kursblöcken von 2-3 Wochen pro Jahr organisiert, diese finden somit rund alle 6 Wochen statt.

Qualifikationsverfahren

Am Ende des ersten Zyklus wird eine Prüfung in Form eines «case-mangement» (Fallstudie) durchgeführt, um den zweiten Zyklus zu erreichen.

Am Ende der Ausbildung werden zur Erlangung des Diploms auf Niveau HF Qualifikationsprüfungen durchgeführt.

Links:

Das offizielle schweizerische Informationsportal der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung

Savoir social -  Schweizerische Dachorganisation der Arbeitswelt Soziales 

SPAS Schweizerische Plattform der Ausbildungen im Sozialbereich

Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI 

Bildungsverständnis

Der Studiengang zielt auf die Entwicklung von vier wesentlichen Aspekten :

  • theoretische Fachkompetenzen der Sozialpädagogik
  • Methodenkompetenzen – verbunden mit den Berufsfeldern und deren Problematik
  • Selbstverständnis, die der professionellen Beziehung dient
  • Professionelle Identität.

Triptyque de photos d'ateliers artistiques de l'ESSIL

Spezifische Besonderheiten des Bildungsverständnisses an der ESSIL

Ausrichtung des Bildungsverständnisses

Der Studiengang setzt vier inhaltliche Schwerpunkte:

1. Die Anthropologie
«Die Natur des Menschen verstehen, um den Menschen zu begleiten»

2. Die Ausbildung der Persönlichkeit
«Das erste Werkzeug der Sozialpädagogin/des Sozialpädagogen: seine Persönlichkeit»

3. Brennpunkt Erziehung, die Vielzahl der Interventionsbereiche
«Die soziale Verbindung fördern»

4. Die Methodenvielfalt, um in den unterschiedlichen sozialpädagogischen Bereichen handeln zu können
«Professionelles Handeln erlaubt begründetes Handeln»

Das Bildungsverständnis stützt sich auf die wichtigsten Erkenntnisse der Human- und Sozialwissenschaften. Die folgenden Bereiche stellen den Referenzrahmen der Ausbildung dar:

  • Heilpädagogik und Sozialtherapie
  • Systemischer Ansatz
  • Angewandte Ethik

Links

Sozialtherapie und Heilpädagogik, aus R. Steiners Recherchen
www.uria.ch; www.vahs.ch; www.anthromedia.ch

Systemischer Ansatz der Schule Palo Alto
www.avvdits.ch

Angewandte Ethik bildet die konzeptuelle Basis:
Jean-François Malherbe, Sujet de vie ou objet de soins? Introduction à la pratique de l’éthique clinique. Montréal, Éditions Fides, 2007.

Innovative Bildungsmethodik

Das pädagogische Projekt der ESSIL orientiert sich an der trialen Methode, die sich auf die gegenseitige Ergänzung der Theorie, der praktischen Erfahrung und verschiedener künstlerischer Tätigkeiten stützt.

Méthode trialeDiese Methode fördert die Entwicklung methodologischer, sozialer und kreativer Kompetenzen, die die Integration der Theorie und der Praxis fördern.

Die ESSIL ist Partner des Projekts Leonardo da Vinci. Das Projekt wird von der Europäischen Union unterstützt und fügt der Theorie und der Praxis den Aspekt der Kunst hinzu. In der professionellen Praxis werden die Sozialpädagogen/-innen konkrete Situationen entdecken, in denen Vorhersehen, Vorwegnahme, angemessene Reaktionen und Einschätzung der Handlung gefordert sind.

Die trialen Methode zielt darauf, dem Studierenden zu helfen, seine Handlungen dem Einzelfall anzupassen, indem er/sie das Gleichgewicht zwischen der von Natur aus verallgemeinernden Theorie und einer der Situation angepassten Praxis findet.

Kunst und Management der Emotionen / Kunst und reflexive Kompetenzen / Kunst und pädagogische Mediation

Inhalt der Ausbildung – Ausführliche Beschreibung

Das Programm basiert auf dem Rahmenlehrplan des BBT und entwickelt sich in 12 Modulen

Die Basis-Module der Ausbildung sind:

Im ersten Zyclus:

  1. Erfassen des beruflichen Umfeldes
  2. Mission und Funktionen des Sozialpädagogen übernehmen
  3. Die entsprechenden Herausforderungen des beruflichen Handelns mit einbeziehen
  4. Interventions – Methoden einsetzen
  5. Pluridisziplinär mitarbeiten
  6. Handlungszusammenhänge analysieren und spezifische Begleit-Lösungen entwickeln

Im zweiten Zyklus:

7.   Verantwortung im beruflichen Umfeld übernehmen
8.   Sich in die Teamarbeit einbringen
9.   Umgehen mit komplexen Situationen
10. Initiativen für Veränderungen ergreifen
11. Zur individuellen une gemeinschaftlichen Berufsentwicklung beitragen
12. Erarbeiten un strukturieren einer Diplomarbeit